Willo Punk

Vor ca. 2 Jahren war ich auf dem Willo in Reichenbach. Nicht das erste Willo für mich aber ein Interessantes. Es ging viel um neue Strukturen, das Konzil, wer oder was sind Jesusfreaks… Mir ist auf diesem Willo aufgefallen, dass die Haufen von Punkern die früher auf diesen Treffen alle genervt haben (mich nich… ich war ja dabei) irgendwie nicht mehr da waren. Offensichtlich hatte die Zahl in den letzten Jahren stetig abgenommen. Wir hatten Zeiten in denen es relativ “normal“ war, dass alle paar Monate irgendein Christen-Punk Konzert stattfand und sich zu solchen Happenings hunderte von Assis trafen. Christcore tourte durch Deutschland und viele bekamen bock auf Jesus.

Diese “glorreichen“ Zeiten sind nun schon lange vorbei und Punkrock ist auch schon lange nicht mehr “Freakstyle“.

Ich fing irgendwann an mich zu Fragen ob die Mixtur aus Jesusfreaks und Punk nur eine spät 90′er Erscheinung war.
Bis mir auffiel das ich mich auch schon seit einiger Zeit nicht mehr so richtig bei den Freaks “zu Hause“ fühlte. Ich hatte das Gefühl das ich nicht nur älter (ruhiger) geworden war, sondern die Freaks auch wirklich nicht mehr so schön chaotisch waren wie früher. Auf einmal wurde ich böse. Ich dachte:
„ Erst ham sie unser schönes Alpha/Omega zu so nem blöden Yuppie Zeichen gemacht, das Freakstock zum Hurricane und selbst der Kranke Bote sieht mittlerweile aus wie eine Jugendzeitschrift vom Börsenmagazin. Den Lobpreis kannste knicken, die heulen sich alle nur gegenseitig voll und tanzen kannste dazu schon garnich und wenn du in ne andre Gemeinde fährst wirste schon doof angeguckt wenn du im Gottesdienst Bier trinkst und Rauchen musste allein draußen im Regen. Deine Nichtchristenfreunde kannste auch nich mitbringen, weil die dann sowieso nur vollgesponnen werden.“

In ungefähr dieser Stimmung ging ich dann zum Lobpreis. Ich erwartete auf einmal gar nichts mehr von den Freaks und setzte auch keine großen Hoffnungen in das Konzil. Mich beschäftigte viel mehr die Frage warum ich noch da war und nicht, wie schon viele andere, einfach gegangen war.

Im Lobpreis fragte ich Gott was er dazu meinte. Sollte ich da bleiben? Wo waren all die anderen Punker? Ist Jesusfreaks noch die Bewegung die Menschen wie mir ein zuhause bieten kann?

Und Gott antwortete.
Gott sagte mir, dass er die Jesusfreaks wie auch die Gemeinde, als einen Leib gemacht hat. So wie der Leib verschiedene Glieder hat so haben auch die Jesusfreaks viele Glieder. Nur, dass sich die Glieder der Jesusfreaks aus verschiedenen Szenen zusammen setzen. Jesus ist der Kopf. Vielleicht sind die Theologen bei uns das Rückrat, die Hip Hopper und die Drum´n Base Atzen die Hüfte, die Punker die Füße, etc.

Jede Szene, die ihr zuhause bei den Freaks gefunden hat, ist aus einem bestimmten Grund da. Gott hat uns so zusammen gestellt und wir alle werden gebraucht. Fällt irgendeine Szene weg sind die Jesusfreaks nicht mehr das was Gott sich unter Jesusfreaks vorgestellt hatte. Egal wie sehr wir uns über Szenegrenzen hinweg manchmal nicht verstehen… Wir alle sind ein wichtiger Teil der Bewegung und wir alle haben etwas zu geben. Niemand, keine Szene, darf im Hintergrund verschwinden, dafür sind sie zu wichtig für uns.

Ich habe mich dafür entschieden bei den Jesusfreaks zu bleiben und das was ich als Punker zu geben habe in die Bewegung zu tragen. Und sei es nur das, dass wir Punker vielleicht besser wissen als andere, dass Gott uns ohne “gute“ Leistungen, ohne “gut“ auszusehen, ohne “guten“ Beruf und ohne unser leben hinzukriegen so sehr liebt das es unser ganzes Leben mit Freude füllt.
Ich bin gespannt was all die anderen Szenen den Jesusfreaks zu geben haben.

Stay Punk be blessed,
Christoph